Nach einem unverschuldeten Unfall denken viele Geschädigte: „Die Versicherung der Gegenseite zahlt schon, ist ja nicht meine Sache." Genau auf diese Haltung baut die Branche. Stiftung Warentest hat in einer Untersuchung Methoden zusammengetragen, mit denen Kfz-Versicherer Schadensummen systematisch drücken.
Die häufigsten Tricks im Überblick
- „Hauseigene Prüfberichte" – die Versicherung beauftragt einen externen Dienstleister, der das Gutachten neu rechnet und Positionen kürzt.
- Stundenverrechnungssätze nach unten korrigieren – statt Markenwerkstatt wird auf eine günstigere „freie" Werkstatt verwiesen.
- Restwert-Erhöhung über Online-Börsen – ein höheres Restwertangebot drückt den Wiederbeschaffungswert.
- Nutzungsausfall verkürzen – die zugestandene Reparaturdauer wird heruntergerechnet.
- Wertminderung „streichen" – obwohl ein Gutachten sie ausweist.
Die Versicherung der Gegenseite zahlt – aber nicht freiwillig mehr, als sie muss. Ein eigenes Gutachten ist Ihre Verhandlungsbasis.
Was Sie konkret tun sollten
Lehnen Sie den Gutachter der gegnerischen Versicherung ab. Sie haben das Recht, einen unabhängigen Sachverständigen Ihrer Wahl zu beauftragen – die Kosten trägt bei unverschuldetem Unfall die Gegenseite. Akzeptieren Sie keine Schnellabfindung, ohne dass ein neutrales Gutachten vorliegt.
Wer früh ein eigenes Gutachten in der Hand hat, verhandelt nicht nach – er verhandelt mit Fakten.